Venedig: Der andere Blick

25
06
2014

Sommer in Venedig

Beitrag von admin

Verborgene Blicke

Untergangsstimmung hat mich in Venedig noch nie erfasst, ganz im Gegenteil: Es gibt ein Alltags-Venedig, dessen Stimmung sich wohltuend auf die Seele legt.

Wenn man von der Guglie-Brücke aus zu den Fondamenta geht, erkennt man, wie sehr die Stadt ihre Existenz der Lagune verdankt. Mit dem Blick Richtung Festland genießt man von hier aus einen fantastischen Sonnenuntergang, übrigens vor vorbildlichen Sozialwohnungen, erbaut in den neunziger Jahren von dem Architekten Gino Zucchi.

Zum Aperitif in Venedig

Der klassische Spritz verdankt seinen Namen den Österreichern. Ich trinke ihn mit meinen venezianischen Freunden in der Osteria Bentigodi in der Nähe des alten Fischmarkts, direkt am Canal Grande. Abgesperrt wird hier nur, wenn wieder eine neue Folge von Commissario Brunetti gedreht wird.

Die Klänge Venedigs

Das Geräusch des Wassers an den Uferbefestigungen, das Geschrei der Möwen auf der Giudecca: Venedig ist eine Stadt der Klänge.  Ganz besondere Klänge ertönen, wenn der Kapellmeister von San Marco am Sonntag nach der Messe, gegen 11 Uhr, eigene Kompositionen und die seiner berühmten Vorgänger Willaert, Gabrieli und Monteverdi spielt.  

Die Plagen Venedigs:

Am Canal Grande ist Venedig manchmal unerträglich laut. Meistens, wenn man selbst mit dem vaporetto unterwegs ist, merkt man gar nicht, dass es auf dem Kanal sogar Ampeln und etwas abseits Tankstellen am Wasser gibt. Allein die Venezianer besitzen 30 000 Motorboote, die über die Schönste aller Wasserstraßen unterwegs sind. Inzwischen gibt es allerdings Geschwindigkeitskontrollen. Denn nicht das Hochwasser ist gefährlich für die Stadt, sondern der moto ondoso, der durch den Wellengang der Motorboote ausgelöst wird. Die bewirken eine Sogwirkung unter Wasser, die die Fundamente der Palazzi bedroht.

Ärgerlich finde ich immer wieder die teuren vaporetto-Preisefür Nicht-Einheimische. Doch mit einer Tageskarte kann man in die Welt der Lagune eintauchen. Auf Sant’ Erasmo zum Beispiel, das schon zur Zeit der Dogen „Gemüseinsel“ war,  kann man, wie viele Venezianer, am Sonntag Picknick machen. Hier erreicht man die weissen Strände nach einem Spaziergang zwischen Feldern und Dünen: Eine Verbindung von Land und Wasser, wie sie nur hier zu finden ist.

 

Die „Gebrauchsanweisung für Venedig“ ist im Piper Verlag, München, erschienen

20
10
2011

Herbst in Venedig

Beitrag von admin

Morgens im Feinkostladen in der Lista di Spagna, die früher einmal ein Kanal war, baccalà mantecato für ein Picnic besorgen. Mit dem Boot auf den Lido fahren und vor dem Hotel des Bains ins Wasser gehen. In der kleinen Bar bei den Alboretti, am Ende des Lido, Sarde in saor essen.

18
07
2011

Bei jedem meiner Besuche erfahre ich Neuigkeiten in Venedig.
Am meisten freue ich mich immer dann, wenn ich vom gelebten Alltag in einer normalen Stadt erfahre.
„Kommst du heute Abend mit zu den Fondamente Nuove, um das Gemüse abzuholen?“, fragt meine Freundin Adriana.

08
07
2011

Nachfahrin der Dogen und verstorbene Umweltschützerin:


“Qui è nato in acqua, in realtà ha lo sguardo lontano normalmente, perché il brutto tempo viene da fuori, dal cielo e dalle nuvole. Qui è nato in terra deve tenere la testa china per vedere le piantine crescere. Ma queste forse sono fantasie mie.”

08
04
2011

Leben auf den Inseln

Beitrag von admin

In einem gusseisernen Gestell hat Gerolamo Fazzini für die
Schulklasse die Ingredienzen für das venezianische espurgo
angezündet. Rosmarinzweige, vermischt mit Wacholder,
verströmen ihren Duft auf der Insel Lazzareto Nuovo.
Die Kinder sind begeistert, Kater Ruggine weiss noch nicht, was
er davon halten soll und legt sich zum Nachdenken aufs
Gästebuch.

21
03
2011

Leben im Palast

Beitrag von admin

„Schon beim Einkaufen fangen die Schwierigkeiten einer Stadt
im Wasser an, sagt Anna, und manchmal weiss sie nicht, ob es
ein Vergnügen oder doch eine ziemliche Anstrengung ist.“

18
12
2010

Ein Theater des wahren Lebens!

Beitrag von admin

Wer erinnert sich nicht an die legendäre Musikgruppe „Nuova Compagnia di canto popolare,“ die in den siebziger Jahren die traditionellen Villanellen wiederentdeckt und von jeder folkloristischen Interpretation befreit hatte.

27
10
2010

Hochwasser in Venedig?

Beitrag von Dorette Deutsch

Spätestens im November werden die gewohnten Bilder um die Welt gehen: Der Markusplatz unter Hochwasser, mit den üblichen Gemeinplätzen und Untergangsfantasien. Sie verstellen den Blick auf das, was Venedig wirklich beschädigt. Neunzig Tage im Jahr, vor allem im November, ist Venedig vom Hochwasser bedroht – ein uraltes Phänomen.

03
10
2010

Einweihung von „Il bosco di Zaher.

Beitrag von Dorette Deutsch

Am 3. Oktober wurde das zweite, zwischen Venedig und Mestre gelegene Waldgebiet eingeweiht. Das als „il bosco di Mestre“ bekannte Gebiet soll langfristig dazu beitragen, Filterzonen zwischen Lagune und Festland zu schaffen und das Wasser der Lagune zu reinigen.

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