Gruppenfindung bei Wohnprojekten

19
07
2011

Wohnprojekte sind häufig der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Es ist wie eine Geburt, sagen die, die es erfolgreich hinter sich haben. Wer mit anderen gemeinschaftlich wohnen will, muss sich zuerst auf die Suche nach Gleichgesinnten machen. Die findet man bei Informationsveranstaltungen, durch andere Wohnprojekte, innerhalb von Verbänden, durch Inserate, durch Zufall. Häufig trifft man Gleichgesinnte bei Veranstaltungen rund ums Thema Wohnen. Erfahrene Wohnberater raten ab, Gleichgesinnte unter den eigenen Freunden zu suchen: Besonders bei „alten“ Freundschaften, die sehr mit der eigenen Biographie verbunden sind, sind die Rollen über Jahre festgelegt. Ausnahmen bestätigen die Regeln. Gleiche Wertvorstellungen, Toleranz und Respekt sind wichtiger als die große Emotion. Schließlich will man mit anderen nachbarschaftlich leben, zunächst einmal nicht mehr. In neuen Wohnprojekten können Freundschaften entstehen. Am wichtigsten ist zunächst die gemeinsame Idee von Nachbarschaft. Die größte Hürde ist in jedem Fall der Gruppenprozess: Eine Gruppe muss sich finden, sich auseinandersetzen, sich auch im Urlaub kennenlernen. Schließlich geht es darum, Jahre wenn nicht Jahrzehnte miteinander zu verbringen – und gemeinsam viel Geld zu investieren. Es reicht nicht, sich mit Leuten zusammenzusetzen und zu sagen, wir machen jetzt ein Wohnprojekt.
Man muss sich nicht mit allen gleich gut verstehen, das wäre ein zu hoher Anspruch an die zukünftige Gemeinschaft. Deshalb empfehlen sich größere Gruppen von fünfzehn bis zwanzig, maximal fündundzwanzig Beteiligten. So können sich auch Aufgaben und Lasten besser verteilen, vor allem wenn jemand krank oder pflegebedürftig wird.

(Dazu: Lebensträume kennen kein Alter, Frankfurt 2007)

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