Hochwasser in Venedig?

27
10
2010

Hochwasser in Venedig?

Beitrag von Dorette Deutsch

 

Spätestens im November werden die gewohnten Bilder um die Welt gehen: Der Markusplatz unter Hochwasser, mit den üblichen Gemeinplätzen und Untergangsfantasien. Sie verstellen den Blick auf das, was Venedig wirklich beschädigt. Neunzig Tage im Jahr, vor allem im November, ist Venedig vom Hochwasser bedroht – ein uraltes Phänomen.

Roberto D’Agostino ist ehemaliger Stadtplanungsdezernent und heute Präsident des Arsenals. 

„Für die Venezianer ist Venedig eine Stadt, wo man zwar gegen Hochwasser kämpft, aber das ganze Jahr über gut vom Tourismus lebt. Aber Hochwasser gab es schon vor tausend Jahren und gehört zur Realität der Stadt. Die mobilen Schleusen können nicht die Zukunft Venedigs sichern. Es geht darum, dass die Stadt neue Entscheidungen treffen muss, damit sie auf europäischer Ebene konkurrenzfähig wird. Mit den vorhandenen Ressourcen kann Venedig noch ein paar Jahrhunderte so weitermachen, das heißt verbrauchen und wegwerfen. Alle sind glücklich undzufrieden, weil es ja die Touristen gibt. Die Alternative hieße, Venedig entschlösse sich, als internationale Stadt einen neuen Dialog mit der Außenwelt herzustellen und ihre Ressourcen selbst zu produzieren.“

 

Über neue Stragerien für Venedig berichtet ausführlich das Kapitel „Erde und Meer versöhnen sich“ in „Gebrauchsanweisung für Venedig,“ Piper Verlag 2009

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