Sant’ Erasmo und die Gerüche der Lagune

18
07
2011

Bei jedem meiner Besuche erfahre ich Neuigkeiten in Venedig.
Am meisten freue ich mich immer dann, wenn ich vom gelebten Alltag in einer normalen Stadt erfahre.
„Kommst du heute Abend mit zu den Fondamente Nuove, um das Gemüse abzuholen?“, fragt meine Freundin Adriana.
Inzwischen gibt es eine „Gemüsekiste“ mit jahreszeitlichen Produkten von der Insel Sant’ Erasmo, wo bereits zur Zeit der Dogen Gemüse angebaut wurde. Eine Coooperative hat die Direktvermarktung für die Gemüseanbauer übernommen. Vollbeladen mit Plastiktüten, aus denen frischgepflückter Salat und Zucchiniblüten ragen, kommt das Boot im Norden von Cannaregio an.
„Eigentlich könnten Sie doch Kisten nehmen, oder etwas, was wiederverwertbar ist?“
„Aber Signora, Plastik ist praktischer, wir sind doch in Venedig!“
Auch die salicorni, die an manchen Uferrändern wachsen und schon zur Nahrung der ersten Venezianer gehörten, wachsen auf Sant’ Erasmo. Zwar landen sie nicht in der Gemüskiste, werden aber als originelle Beilage noch in manchen venezianischen Trattorien serviert.

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